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Wohnflächenberechnung: Ein Leitfaden für Laien

In diesem Beitrag möchten wir Ihnen die Wohnflächenberechnung näherbringen, ihre Bedeutung erklären und die verschiedenen Methoden zur Berechnung vorstellen. Unser Ziel ist es, Ihnen ein klares Verständnis zu vermitteln, damit Sie fundierte Entscheidungen treffen können.

Was ist die Wohnflächenberechnung?

Die Wohnflächenberechnung dient dazu, die nutzbare Fläche einer Wohnung oder eines Hauses zu ermitteln. Diese Fläche ist entscheidend für die Bestimmung des Miet- oder Kaufpreises sowie für die Berechnung der Nebenkosten. Sie umfasst alle Räume, die zu Wohnzwecken genutzt werden, wie Wohnzimmer, Schlafzimmer, Küchen und Badezimmer. Auch bestimmte Nebenräume wie Flure und Abstellräume können zur Wohnfläche zählen, während Keller, Garagen und Heizungsräume in der Regel nicht berücksichtigt werden.

Warum ist die Wohnflächenberechnung wichtig?

Eine genaue Wohnflächenberechnung ist aus mehreren Gründen wichtig:

  • Miet- und Kaufpreisbestimmung: Die Wohnfläche beeinflusst direkt den Preis einer Immobilie.
  • Nebenkostenberechnung: Viele Nebenkosten werden auf Basis der Wohnfläche berechnet.
  • Rechtliche Sicherheit: Eine korrekte Berechnung schützt sowohl Mieter als auch Vermieter vor rechtlichen Auseinandersetzungen.

Methoden zur Wohnflächenberechnung

In Deutschland gibt es zwei Hauptmethoden zur Berechnung der Wohnfläche: die Wohnflächenverordnung (WoFlV) und die DIN 277. Beide Methoden haben spezifische Anwendungsbereiche und Unterschiede.

Wohnflächenverordnung (WoFlV)

Die WoFlV ist speziell für die Berechnung der Wohnfläche in Wohngebäuden konzipiert. Sie wird vor allem von Vermietern und Immobilienmaklern bei der Erstellung von Miet- und Kaufverträgen angewendet. Sie gibt genaue Vorgaben, welche Flächen zur Wohnfläche zählen und wie sie angerechnet werden. Beispielsweise werden Flächen mit einer Raumhöhe unter einem Meter nicht angerechnet, während Flächen mit einer Höhe zwischen einem und zwei Metern nur zu 50 Prozent berücksichtigt werden.

 

Beispiel für WoFlV:

  • Wohnzimmer: 25 m²
  • Schlafzimmer: 15 m²
  • Küche: 10 m²
  • Badezimmer: 5 m²
  • Flur: 5 m²
  • Balkon: 8 m² (davon 25 % anrechenbar = 2 m²)
  • Gesamtwohnfläche:      62 m²
Grafik Exemplarische Wohnflächenberechnung nach Wohnflächenverordnung

DIN 277

Die DIN 277 ist eine Norm zur Berechnung der Grundfläche und des Rauminhaltes von Bauwerken. Sie wird vor allem im Hochbau und gewerblichen Bereich von Architekten, Bauingenieuren und Immobilienentwicklern verwendet, um eine einheitliche Grundlage für die Flächenberechnung zu schaffen. Ein wesentlicher Unterschied zur WoFlV besteht darin, dass bei der DIN 277 auch Flächen wie Dachböden, Kellerräume und Garagen zur Wohnfläche gezählt werden können.

Sie unterscheidet zwischen verschiedenen Flächenkategorien: Brutto-Grundfläche (BGF), Netto-Raumfläche (NRF), Nutzungsfläche (NUF), Technikfläche (TF), Verkehrsfläche (VF). Die DIN 277 bietet hierdurch eine detaillierte und flexible Berechnung, die für verschiedene Gebäudetypen und Nutzungen angepasst werden kann.

 

Beispiel für DIN 277:

  • Brutto-Grundfläche (BGF): 1.000 m²
  • Netto-Raumfläche (NRF): 800 m²
  • Nutzungsfläche (NUF): 600 m²
  • Technikfläche (TF):      100 m²
  • Verkehrsfläche (VF):    100 m²
Grafik Beispiel DIN277

Vergleich und Anwendung

Der Hauptunterschied zwischen DIN 277 und WoFlV liegt in ihrem Anwendungsbereich und der Berücksichtigung von Wandflächen. Während die DIN 277 eine umfassende und flexible Methode zur Berechnung von Grundflächen und Rauminhalten bietet, richtet sich die WoFlV speziell an Wohnflächen und hat klare gesetzliche Vorgaben.

Für Architekten und Bauplaner sind beide Normen von Bedeutung. Die Wahl der geeigneten Berechnungsmethode hängt von den spezifischen Anforderungen des Projekts ab. Bei der Planung von Wohngebäuden und der Erstellung von Mietverträgen ist die WoFlV unerlässlich. Für gewerbliche Bauten und detaillierte Flächenanalysen bietet die DIN 277 hingegen eine präzisere Grundlage.

Fazit

Sowohl die DIN 277 als auch die WoFlV haben ihre Berechtigung und Einsatzgebiete. Es ist wichtig, die Unterschiede und Besonderheiten beider Normen zu kennen, um fundierte Entscheidungen bei der Flächenberechnung zu treffen.